Was ist Fernunterricht?

Entdecken Sie, was Fernunterricht ist, wie Fernunterricht funktioniert und wie Sie davon am besten profitieren.

Was ist Fernunterricht?

Einfach ausgedrückt ist Fernunterricht der Unterricht auf Distanz, ohne ein physisches Klassenzimmer. Ursprünglich bezog sich der Begriff Fernunterricht meist auf Hochschulprogramme, die es den Studierenden ermöglichten, ein Fernstudium zu absolvieren. Heutzutage bezieht sich der Fernunterricht nicht nur auf Studierende, sondern auch auf Grundschüler, Mittelschüler und Gymnasiasten.

Arten von Fernunterricht

Fernunterricht kann auf verschiedene Weise erfolgen:

Videokonferenzen

Beim gebräuchlichsten Format werden Kurse und Vorträge über eine Telefon­konferenz oder ein Webinar über Zoom gehalten. In manchen Fällen leitet eine Lehrkraft den Unterricht, während eine andere zur Verfügung steht, um Fragen zu beantworten und die Schüler zu beobachten.

Dadurch wird eine direkte Interaktion zwischen Schüler und Lehrkraft ermöglicht, sodass diese Art des Fernunterrichts dem traditionellen Klassenzimmer am nächsten kommt.

Asynchrones Lernen

Beim asynchronen Lernen werden die Schüler dazu ermutigt, selbstständig zu arbeiten. Es gibt keine Gruppenstunden, sondern nur wöchentliche Aufgaben und Termine, die individuell zu erledigen sind. Diese Methode des selbstständigen Lernens bietet den Schülern die Flexibilität, ihre eigene Struktur und ihren eigenen Zeitplan zu finden, ermöglicht aber viel weniger Gruppeninteraktion und direkte Kommunikation mit der Lehrkraft.

Offener Stundenplan

Kurse mit offenem Stundenplan sind ähnlich wie Kurse mit asynchronem Lernen, nur mit noch weniger Einschränkungen. Kurse mit offenem Stundenplan umfassen keine wöchentlichen Abgabetermine, was es den Lernenden ermöglicht, Aufgaben in ihrem eigenen Tempo zu erledigen und einen besseren Ausgleich zu ihren außerschulischen Aktivitäten zu finden. Dies ist eine günstige Option für Vollzeitbeschäftigte, Eltern oder alle, die studieren wollen, aber keine Zeit für herkömmliche Kurse haben.

Jede Einrichtung hat ihre eigene Methode und Struktur für Fernunterricht, die sich wahrscheinlich in eine dieser Kategorien einordnen lässt oder eine Mischform aus einigen verschiedenen Typen darstellt. Asynchrones Lernen und Bildung mit offenem Stundenplan sind im Hochschulbereich stärker verbreitet.

Vorteile des Fernunterrichts

Kurse mit offenem Stundenplan ermöglichen viel mehr Flexibilität, nicht nur in Bezug auf den Ort des Lernens, sondern auch auf den Zeitpunkt des Lernens. Daher ist Fernunterricht für diejenigen von Vorteil, die während ihrer Ausbildung Vollzeit arbeiten möchten. Für viele stellt die Möglichkeit, neben dem Fernunterricht weiterhin Vollzeit zu arbeiten, eine günstige Option dar.

Kostenmäßig sind Fernkurse in der Regel günstiger als Kurse vor Ort, da für sie weniger Ressourcen und Infrastruktur benötigt werden.

Fernkurse bieten Lernenden mitunter die Möglichkeit, Fächer zu belegen, die vor Ort vielleicht nicht verfügbar sind, da sie Kurse von Hochschulen überall auf der Welt belegen können, ohne das Haus verlassen zu müssen.

Nachteile des Fernunterrichts

Im Hinblick auf einen effektiven Fernunterricht ist es wichtig, jeden Lernstil zu berücksichtigen. Es gibt visuelle Lerner, auditive Lerner, verbale Lerner, physische Lerner, logische Lerner, soziale Lerner und individuelle Lerner.

Lehrkräfte müssen sicherstellen, dass sie auf jeden persönlichen Lernstil eingehen und gleichzeitig die Gruppe als Ganzes leiten. Dies ist im Klassenzimmer möglich, aber beim Fernunterricht kann es schwierig sein, die physischen und sozialen Lernenden zu motivieren. Ohne die richtigen Hilfsmittel kann auch das gemein­schaftliche Lernen behindert werden.

Disziplin kann für Lehrkräfte beim Fernunterricht zu einem Problem werden. Den gleichen Unfug, den man von manchen in einem Klassenzimmer erwarten würde, sollte man auch bei einer Telefonkonferenz erwarten, nur ist es schwieriger, aus der Ferne die Kontrolle zu behalten.

Zu Hause sind die Lernenden unter Umständen von mehr Ablenkungen umgeben, als sie es in der Schule wären. Auch Gespräche unter Schülern während einer Unter­richtsstunde lässt sich schwerer überwachen und verhindern, wenn man bedenkt, dass sie wahrscheinlich im Stillen stattfinden.

Für die Lernenden kann es schwierig sein, sich an die neue Struktur anzupassen. Sie können sich schnell isoliert und verloren fühlen, wenn sie nicht viel direkt mit ihren Lehrkräften und Klassenkameraden in Kontakt kommen. Psychische Gesundheit ist ein großes Thema beim Fernunterricht; Interaktion und Einbeziehung sind wesentlich für die Entwicklung junger Menschen, wobei sich der Fernunterricht wie eine Barriere anfühlen kann.

Tipps für den Fernunterricht für Lernende:

  • Zeitplan aufstellen und einhalten. Ein Vorteil des Fernunterrichts besteht darin, dass Sie oft selbst entscheiden können, wann und wo Sie lernen, was sich jedoch nachteilig auswirken kann, wenn Sie keinen festen Zeitplan einhalten. Planen Sie bestimmte Stunden ein und halten Sie sich daran, so gut Sie können. Wenn Sie keinen festen Zeitplan haben, können Sie sehr schnell den Fokus und die Motivation verlieren.
  • Einen Raum für das Lernen festlegen. Bestimmen Sie, wenn möglich, einen von den Wohnbereichen getrennten Raum in Ihrem Zuhause zum Lernen. Dadurch wird es einfacher, Arbeit und Freizeit getrennt zu halten. Wenn Sie sich in diesem Raum aufhalten, wissen Sie daher, dass Sie sich im „Klassenzimmer“ befinden und ihn als solchen behandeln sollten.
  • Auf den bevorstehenden Tag vorbereiten. Bereiten Sie sich morgens genauso vor, wie wenn Sie zum Unterricht gehen würden. Sie werden sich nicht in die Schul­mentalität hineinversetzen können, wenn Sie den ganzen Tag im Schlafanzug bleiben. Eine gute Morgenroutine bereitet den Weg für einen erfolgreichen Tag.
  • Die Tools kennenlernen. Sie wollen nicht wegen technischer Schwierigkeiten den Anschluss verlieren. Nehmen Sie sich daher vor dem Onlineunterricht Zeit, um sich mit der Technologie vertraut zu machen.
  • Regelmäßig Pausen einlegen. Wenn Sie Ihren eigenen Zeitplan erstellen, achten Sie darauf, Pausen einzuplanen. Kontinuierliches stundenlanges Lernen kann kontraintuitiv sein. Sie müssen sich Zeit nehmen, um das Gelernte zu verarbeiten.
  • Auf dem Laufenden bleiben. Anders als in einem Klassenzimmer haben Sie keine Lehrkraft vor sich, die Sie an bevorstehende Abgabetermine oder Prüfungen erinnert. Bei einem Fernlernprogramm liegt es meist an Ihnen, sicherzustellen, dass Sie Ihre Aufgaben im Griff haben. Stellen Sie sicher, dass Sie einen zuverlässigen Kalender haben, und setzen Sie Erinnerungen, um den Überblick darüber zu behalten, was zu tun ist.
  • Mit Klassenkameraden in Kontakt bleiben. Wenn Ihr virtueller Unterricht nicht viel Interaktion bietet, sollten Sie in Erwägung ziehen, eine Lerngruppe zu bilden, damit Sie mit Ihren Klassenkameraden in Kontakt bleiben und sicherstellen können, dass Sie alle auf dem richtigen Weg sind. Nutzen Sie die Vorteile kollaborativer Lerntools wie Dropbox Paper, um Notizen, Projektdateien und andere Kursarbeiten einfach auszutauschen und die Kommunikation in der Gruppe zu stärken.

Tipps für den Fernunterricht für Lehrkräfte:

  • Bildungstechnologie zu Ihrem Assistenten machen. Der Wechsel zum Online­unterricht kann etwas beängstigend sein, aber Sie gewinnen schnell die Oberhand, wenn Sie sich mit der digitalen Umgebung vertraut machen. Nutzen Sie die zahlreichen Anwendungen, Tools und Dienste, die das Onlinelernen unterstützen.
  • Zusammenarbeit fördern. Blicken Sie über den Tellerrand hinaus und entwickeln Sie gemeinschaftliche Projekte, die das soziale Lernen erleichtern. Verwenden Sie Onlinetools wie Dropbox Paper, um die Zusammenarbeit in der Gruppe möglich zu machen und Feedback zu geben.
  • Mit den Lernenden interagieren. Setzen Sie sich, wenn möglich, mit jedem einzelnen Lernenden direkt in Verbindung. Das ist natürlich schwierig, wenn Sie eine größere Klasse als gewöhnlich unterrichten, aber wenn Sie es schaffen, sorgen Einzelgespräche für Motivation und helfen Ihnen, persönliche Heraus­forderungen zu erkennen. Wenn ein persönliches Gespräch nicht möglich ist, stellen Sie sicher, dass Sie mit Ihren Lernenden per E-Mail oder Sofortnachricht kommunizieren und erinnern Sie sie daran, dass Sie für persönlichen Rat zur Verfügung stehen.
  • Regelmäßig Feedback geben. Feedback trägt zur Motivation der Lernenden bei und hilft ihnen, Stärken und Schwächen zu erkennen, wodurch Wachstum und Entwicklung gefördert werden. Dies ist besonders wichtig beim Fernunterricht, da sich die Lernenden dort möglicherweise ziemlich isoliert fühlen und über ihre Fortschritte und Leistungen im Unklaren gelassen werden.
  • Mit anderen Lehrkräften beraten. Genauso wie Eltern mit anderen Eltern und Lernende mit anderen Lernenden sprechen sollten, sollten Lehrkräfte mit anderen Lehrkräften sprechen und sich über ihre Erfahrungen, Ratschläge und Sorgen austauschen.
  • Konsequent sein. Wenn Sie ein funktionierendes System gefunden haben, halten Sie sich daran und versuchen Sie, bei den von Ihnen verwendeten Tools und Ihren Unterrichtsplänen immer konsistent zu sein. Virtuelles Lernen mag auf den ersten Blick chaotisch erscheinen, aber die Beibehaltung von Konsistenz trägt dazu bei, die Situation für die Lernenden zu normalisieren und ihnen die richtige Denkweise zu vermitteln.
  • Feedback einholen. So wichtig es ist, Feedback zu geben, so wichtig ist es auch, dass Sie Feedback erhalten, besonders wenn Sie ein neues System testen. Um zu wissen, was für die Lernenden funktioniert und was nicht, müssen Sie eine ehrliche Rückmeldung darüber erhalten, wie sie die von Ihnen verwendeten Tools empfinden und ob sie davon profitieren.
 

Es gibt alle möglichen Tücken und Konsequenzen, die schwer vorhersehbar sind, da sich der Fernunterricht ständig weiterentwickelt. Nähern wir uns einer Zukunft, in der das Lernen zu Hause so zuverlässig ist, dass es bei Unwettern keine Schulausfälle mehr gibt? Sind digitale Dioramen die Zukunft wissenschaftlicher Projekte? Die Zeit wird zeigen, wie sich das Format entwickelt; aber wenn Sie den obigen Rat befolgen, werden Sie sich mit Leichtigkeit daran gewöhnen.