Festplattenspeicher freigeben

Hier erfahren Sie, wie Sie Ihren Speicherplatz am besten verwalten und dabei gleichzeitig Ihre und auch die Leistung Ihres Computers steigern.

Manuell Speicherplatz freigeben

Geht der Speicherplatz auf dem Computer langsam zur Neige, kann das viele unangenehme Folgen haben. Zu wenig Speicherplatz führt oft dazu, dass Leistung und Geschwindigkeit des Computers abnehmen und Sie wichtige Dateien und Updates nicht mehr herunterladen können.

Ein langsam reagierender Computer ist frustrierend. Glücklicherweise gibt es aber zahlreiche Wege, Festplattenspeicher freizugeben und zu verwalten, selbst dann, wenn Sie es mit großen Dateien und riesigen Datenmengen zu tun haben.

Bevor wir uns die Tools und Anwendungen genauer ansehen, mit denen Sie Speicherplatz freigeben können, beschäftigen wir uns aber erst einmal mit der einfachsten Möglichkeit, Platz zu schaffen: manuell alles zu löschen, was Sie nicht mehr benötigen.

Papierkorb unter Windows und Mac dauerhaft leeren

Zunächst ist es wichtig, dass Sie daran denken, Ihren Papierkorb regelmäßig zu leeren. Jedes Mal, wenn Sie eine Datei löschen, verschwindet sie nicht vollständig von Ihrem Computer, sondern landet erst im Papierkorb. Dort nimmt sie weiter Speicherplatz weg, bis Sie den Papierkorb vollständig leeren.

Möchten Sie genau das tun, öffnen Sie über das Startmenü von Windows 10 den Papierkorb. Klicken Sie auf die Registerkarte mit den Papierkorbtools, dort finden Sie die Option „Papierkorb leeren“.

Wenn Sie einen Mac verwenden, suchen Sie im Dock nach dem Papierkorb, tippen Sie lange auf das Symbol oder klicken Sie mit der rechten Maustaste darauf, und wählen Sie „Papierkorb entleeren“ aus.

Das ist zwar ganz einfach, wird aber gerne vergessen. Manchmal muss man nur ein paar Dateien löschen, um wieder den Speicherplatz zur Verfügung zu haben, den man braucht.

Unerwünschte Apps unter Windows und Mac deinstallieren

Sowohl Windows- als auch Mac-Rechner sind automatisch mit unzähligen Anwendungen und Programmen ausgestattet, von denen Sie einige vielleicht nützlich finden, andere dagegen weniger. Sie müssen eine App nicht regelmäßig verwenden oder auch nur öffnen, damit sie auf Ihrem Computer eine Menge Speicherplatz wegnimmt. Daher ist es eine gute Idee, alle auf Ihrem Computer installierten Apps einmal durchzugehen und alles zu löschen, was Sie nicht benötigen.

Möchten Sie unter Windows Programme löschen, öffnen Sie über das Startmenü die Systemsteuerung, klicken Sie auf „Programme“ und anschließend auf „Programme und Funktionen“. Manchmal ist es auch möglich, direkt über das Startmenü die Funktion für das Hinzufügen und Entfernen von Programmen auszuwählen. Daraufhin erscheint eine Liste aller Programme. Klicken Sie auf diejenigen, die Sie löschen möchten, und wählen Sie die Option „Deinstallieren“ aus.

Wenn Sie einen Mac verwenden, wählen Sie den Ordner „Programme“ aus und ziehen Sie die unerwünschten Apps dann einfach in den Papierkorb. Vergessen Sie nicht, den Papierkorb zu leeren, wenn Sie damit fertig sind. Manche Anwendungen speichern allerdings Dateien und Daten an anderer Stelle. Das Löschen dieser Dateien ist ein wenig komplizierter. Einige dieser Programme bieten ein Dienstprogramm für die Deinstallation an, um den Vorgang zu vereinfachen. Ist das nicht der Fall, müssen Sie allerdings selbst nach den Programmdateien suchen und sie von Hand löschen.

Wenn Sie das zu deinstallierende Programm mit Spotlight suchen, müsste Ihnen eine Liste aller Ordner und Dateien angezeigt werden, die dazugehören. Die können Sie dann einfach ebenfalls in den Papierkorb ziehen.

Es gibt jede Menge Apps von Drittanbietern, die die Deinstallation einfacher machen sollen. Wenn Sie also Sorgen haben, dass Sie etwas löschen, das nicht gelöscht werden sollte, sehen Sie sich im App Store nach hilfreichen Lösungen um. Seien Sie aber vorsichtig, wenn Sie unbekannten Drittanbieter-Apps Zugriff auf Ihre Daten gewähren.

Festplattenspeicher mit integrierten Apps freigeben

Sowohl für Windows als auch Mac wurden Tools und Anwendungen eingeführt, die Ihnen dabei helfen sollen, Speicherplatz auf Ihrem Computer zu verwalten und freizugeben. Nutzer von Windows 10 können sowohl die Datenträgerbereinigung als auch die Speicheroptimierung nutzen, Mac-Nutzern unter dem Betriebssystem MacOS Sierra oder neuer steht die Speicherverwaltung zur Verfügung.

Festplattenspeicher unter Windows 10 mit der Datenträgerbereinigung freigeben Wenn Ihnen langsam der Speicherplatz zur Neige geht, ist es gut zu wissen, wie viel Platz noch verfügbar ist und wodurch genau er belegt wird. Möchten Sie das unter Windows prüfen, öffnen Sie über die Taskleiste den Dateiexplorer und öffnen Sie dann über das Menü links „Dieser PC“. Ihnen wird dann im Bereich „Geräte und Laufwerke“ angezeigt, wie viel Speicherplatz noch verfügbar ist.

Microsoft-Computer sind mit einer vorab installierten Anwendung namens „Datenträgerbereinigung“ ausgestattet, die Ihnen dabei helfen soll, temporäre Dateien und unnötige Daten zu löschen, die Sie unter Umständen gar nicht auffinden würden.

Die Datenträgerbereinigung können Sie auf verschiedenen Wegen öffnen. Klicken Sie im Menü „Computer“ entweder mit der rechten Maustaste auf eine beliebige Festplatte, wählen Sie aus dem Dropdown-Menü die Eigenschaften aus und öffnen Sie über die Registerkarte „Allgemeines“ die „Datenträgerbereinigung“. Oder suchen Sie in der Taskleiste einfach nach der Datenträgerbereinigung und öffnen Sie sie.

Anschließend können Sie auswählen, welcher Datenträger bereinigt werden soll, und welche temporären Dateiformate zu löschen sind. Wenn Sie mehr als nur die temporären Dateien löschen möchten, können Sie in der Datenträgerbereinigung die Option „Systemdateien bereinigen“ auswählen und bestimmen, welche Dateiformate gelöscht werden sollen.

Die Datenträgerbereinigung ist ein etwas älteres Tool. Es ist zwar nach wie vor verfügbar, aber leider nicht so intuitiv wie sein Nachfolger, die Speicheroptimierung.

Unter Windows 10 mit der Speicheroptimierung Festplattenspeicher freigeben

Bei der Datenträgerbereinigung müssen Sie selbst noch etwas Hand anlegen und bestimmen, welche Dateien Sie noch brauchen und welche nicht. Die Speicheroptimierung wurde gemeinsam mit Windows 10 als autonome Lösung eingeführt, die hinter den Kulissen dafür sorgt, dass der Speicherverbrauch reduziert wird. Die Speicheroptimierung erkennt, welche Dateien Sie nicht benötigen, und löscht sie automatisch, wenn Ihnen der Speicherplatz ausgeht, oder in von Ihnen festgelegten zeitlichen Abständen.

Wenn Sie die Speicheroptimierung aktivieren und konfigurieren möchten, wählen Sie „Start“ aus und öffnen Sie die Einstellungen. Klicken Sie dann auf die Option für System und Speicher und schieben Sie den Regler über der Option für die Konfigurierung der Speicheroptimierung in die aktivierte Position. Klicken Sie dann auf die Speicheroptimierungs-Konfigurierung. Nun können Sie festlegen, wie häufig das Programm automatisch ausgeführt wird.

Im Speicherfenster werden Ihnen mehrere Kategorien wie Apps und Funktionen, temporäre Dateien, Downloads, Miniaturansichten usw. angezeigt. Hier sehen Sie, wie viel Speicher die verschiedenen Kategorien jeweils einnehmen. Klicken Sie auf „Dateien entfernen“. Daraufhin können Sie festlegen, Dateien welcher Kategorien gelöscht werden sollen. Dadurch werden die Dateien der jeweiligen Kategorien vollständig gelöscht – achten Sie also darauf, dass sich nach Auswahl des Download-Ordners beispielsweise keine Dateien mehr darin befinden, die Sie noch benötigen.

Außerdem findet sich im Speicherfenster ein Bereich mit dem Namen „Jetzt Speicherplatz freigeben“. Hier können Sie die Option für das Löschen älterer Windows-Versionen auswählen. Dadurch wird viel Speicherplatz frei, weil unnötige Dateien und Daten entfernt werden, die für ältere Windows-Installationen benötigt wurden.

Wenn Sie im Fenster für die Speichereinstellungen auf „Jetzt bereinigen“ klicken, wird die Speicheroptimierung ausgeführt, die damit beginnt, unnötige Dateien zu löschen.

Mit der Speicherverwaltung Speicherplatz auf Macs freigeben

Möchten Sie herausfinden, wie viel Speicherplatz auf Ihrem Mac noch verfügbar ist, klicken Sie auf das Apple-Symbol links der Menüzeile oben im Bildschirm und wählen Sie „Über diesen Mac“ aus dem Dropdown-Menü aus. Nun können Sie die Registerkarte „Speicher“ öffnen und sich eine detaillierte Aufschlüsselung Ihres Speicherplatzes ansehen. Sie ist in mehrere Kategorien unterteilt, damit Sie einfacher erkennen können, wofür und wie Ihr Speicher genutzt wird. So können Sie beispielsweise genau feststellen, wie viel Speicher Dokumente, Systemdateien, Anwendungen, Fotos, iTunes usw. verbrauchen, und genau ermitteln, was gelöscht oder verschoben werden muss.

Außerdem ist eine Schaltfläche mit dem Titel „Verwalten“ zu sehen. Klicken Sie darauf, um die Speicherverwaltung zu öffnen. Genau wie die Datenträgerbereinigung von Windows wird Ihnen diese Option angeboten, um Festplattenspeicher auf dem Computer zu verwalten und freizugeben. Die Funktion gibt Ihnen außerdem Empfehlungen dazu, welche Elemente gelöscht werden könnten und sollten. Hier wird der Speicherverbrauch noch genauer aufgeschlüsselt und Sie sehen die größten Dateien und Apps in absteigender Reihenfolge sowie den Zeitpunkt, zu dem sie das letzte Mal verwendet wurden.

In der Speicherverwaltung können Sie auch die Option für die Speicherplatzoptimierung auswählen. Wenn Sie diese Funktion aktivieren, kann Ihr Mac automatisch Apple-TV-Sendungen und -Filme löschen, die Sie sich schon angesehen haben, und der Computer wird gezwungen, nur neue E-Mail-Anhänge aus der Mail-App zu speichern, wenn der Speicherplatz zur Neige geht.

Außerdem können Sie in der Speicherverwaltung eine Funktion aktivieren, die dafür sorgt, dass der Papierkorb automatisch alle 30 Tage geleert wird.

Mac-Nutzer, die mit macOS Sierra oder einem neueren Betriebssystem arbeiten, profitieren außerdem von einigen Zusatzfunktionen, die beim Sparen von Speicherplatz helfen. Jedes Mal, wenn in Safari ein Dateiduplikat heruntergeladen wird, wird nur die neueste Version gespeichert. Sie werden regelmäßig daran erinnert, Installationsprogramme für Anwendungen zu löschen, sobald Sie sie installiert haben. Alte Schriftarten, Sprachen und Wörterbücher, die nicht verwendet wurden, werden außerdem von Zeit zu Zeit automatisch gelöscht. Ebenfalls automatisch werden nicht mehr benötigte Zwischenspeicher, Protokolle und Daten von Ihrem Mac gelöscht, wenn der Speicherplatz langsam knapp wird.

Weitere speichersparende Lösungen für Mac und Windows 10

  • Auch die Mail-App von Macs kann jede Menge Speicherplatz wegnehmen, ohne dass Sie es merken. Selbst, wenn Sie sie nicht als primäres E-Mail-Programm nutzen, könnten in Ihrem Apple-Konto Spam-Mails und Updates eingehen. Diese durchzugehen und zu löschen könnte jede Menge Speicherplatz freigeben.
  • Ein guter Tipp ist folgender: Wenn Sie selbst keine Musik machen, wählen Sie aus dem Menü der Speicherverwaltung die Musikanwendung aus und entfernen Sie die Instrumentenbibliothek von Ihrem Rechner. Sie nimmt, gemeinsam mit der Garagenband-App selbst, jede Menge Speicherplatz weg und es ist unwahrscheinlich, dass Sie sie brauchen, wenn Sie kein begeisterter Musiker sind.
  • Windows-Nutzer können jede Menge Speicherplatz sparen, wenn sie den Ruhezustand deaktivieren. Versetzen Sie Ihren Computer in den Ruhezustand, kann er nach wie vor Daten im Festplattenspeicher hinterlegen, damit Sie genau dort weitermachen können, wo Sie aufgehört haben, wenn Sie den Computer wieder einschalten. Dazu benötigt der Rechner aber jede Menge Gigabyte Speicher, die anderweitig verwendet werden könnten. Wenn Ihnen der Speicherplatz ausgeht, verzichten Sie also lieber auf den Ruhezustand – zumindest vorübergehend.
  • Wenn bei Ihnen eine ältere Windows-Version installiert war, die Sie auf Windows 10 aktualisiert haben, suchen Sie auf dem Computer nach einer Datei namens „Windows.old“. Dabei handelt es sich um eine große Datei, die nach dem Upgrade auf Windows 10 nicht mehr wirklich benötigt wird und problemlos gelöscht werden kann.

Mehr Speicherplatz dank Cloud-Speicher

Der erste Schritt ist immer, nicht mehr benötigte Dateien und Anwendungen zu löschen. Manchmal reicht das aber noch nicht aus, um genügend Platz zu schaffen, damit der Computer wieder so läuft wie gewünscht. Wenn das der Fall ist, sollten Sie sich überlegen, Dateien, die Sie aufheben möchten, in die Cloud zu verschieben. Externe Speichergeräte sind vielleicht nützlich, aber bei Weitem nicht so vielseitig wie ein Cloud-Speicher.

Wenn Sie einen Cloud-Speicherdienst wie Dropbox nutzen, können Sie all Ihre Dateien online speichern und von allen Geräten mit Internetanschluss aus darauf zugreifen. Wenn Sie die Desktop-App von Dropbox installieren, können Sie genau wie bei lokalen Dateien von Ihrem Desktop aus auf Ihre Dateien zugreifen und sie bearbeiten. Allerdings sind sie dabei auf einem Server gespeichert und nehmen auf Ihrem Computer daher keinen Speicherplatz weg.

Cloud-Speicher sind eine immer wichtigere Lösung, sowohl für Privatnutzer als auch Unternehmen. Sie bieten so viel Speicher, wie Sie benötigen, auf den Sie von überall zugreifen können, ohne dazu eine unhandliche externe Festplatte mitführen zu müssen und die Geschwindigkeit und Leistung Ihres Geräts negativ zu beeinflussen.

Wenn Sie alle Dateien in der Cloud speichern und sich nur noch Systemdateien und Anwendungen auf Ihrem Computer befinden, wird dieser sehr viel reibungsloser laufen.