So nutzen Sie eine wachstumsorientierte Einstellung zu Ihrem Vorteil

Lernen Sie die Unterschiede zwischen Wachstumsorientierung („Growth Mindset“) und rigidem Denken („Fixed Mindset“) kennen, um Ihr Team durch kontinuierliche Verbesserung aktiv zu fördern.

Was ist der Unterschied zwischen rigidem Denken und Wachstumsorientierung? 

Man sagt, dass das menschliche Gehirn sehr viel leistungsfähiger ist als jeder Computer, aber das hilft uns nur wenig, wenn wir unser Gehirn „falsch“ nutzen. Während Computer die gleiche Aufgabe unendlich oft erledigen können, benötigt ein Team die richtige Einstellung und muss bestärkt werden, um seine Ziele erreichen zu können. Und genau hier kommt die Wachstumsorientierung ins Spiel.

Die Wachstumsorientierung und ihr Gegenstück – das rigide Denken – sind Konzepte, die von der Psychologin Carol Dweck von der amerikanischen Stanford University entwickelt wurden und die sie in ihrem Buch Selbstbild: Wie unser Denken Erfolge oder Niederlagen bewirkt beschreibt. Dweck beschreibt diese Einstellung im Rahmen ihrer Forschungsarbeit als ein „Selbstbild“, also die Art und Weise, wie wir uns selbst wahrnehmen. Und dieses Selbstbild hat einen großen Einfluss auf unseren Alltag – unabhängig davon, ob wir uns dieser Einstellung zu uns selbst bewusst sind oder nicht.

Dweck, die sich mehrere Jahrzehnte mit dem Selbstbild von Kindern und deren Entwicklung in der Middle- und Highschool beschäftigte, identifizierte zwei klar unterscheidbare Arten, wie junge Menschen mit Fehlschlägen umgingen: rigides Denken und Wachstumsorientierung.

Rigides Denken

Bei rigidem Denken glaubt eine Person, wie der Name schon sagt, dass Dinge mehr oder weniger in Stein gemeißelt und somit unveränderlich sind. Das klingt vielleicht altmodisch oder engstirnig, aber Dweck behauptet, dass das rigide Denken sich sowohl auf eine positive als auch eine negative Selbstmeinung beziehen kann. Die positive feste Überzeugung „ich bin intelligent“ oder „ich habe Talent“ kann ein hohes Selbstwertgefühl fördern. Die negative Überzeugung „ich bin dumm“ oder „ich habe keine Talente“ hingegen führt zu einer Selbstentwertung.

Ganz egal, wie sich eine rigide denkende Person aber selbst fühlt: Dweck ist der Auffassung, dass Fehlschläge unvermeidbar sind, weil diese Menschen Änderungen nicht als Option betrachten.

Wachstumsorientierung

Die andere Einstellung – die auch allgemein bevorzugt wird – ist die Wachstumsorientierung. Auch Personen, die eine Wachstumsorientierung an den Tag legen, können sehr positive Überzeugungen wie „ich bin sehr kreativ“ oder sehr selbstkritische Einstellungen wie „ich habe überhaupt kein Talent“ an den Tag legen. Der Hauptunterschied besteht jedoch darin, dass diese Menschen fest daran glauben, das ändern zu können. Sie sind der Überzeugung, dass ein Mensch, der hart arbeitet und dazu bereit ist, neue Strategien und neues Engagement in sein Leben zu integrieren, auf seinen Kompetenzen aufbauen und so etwas erreichen kann.

Beispiele für rigides Denken

Sehen wir uns einmal das rigide Denken näher an und beschäftigen uns damit, wie es einen Menschen in seinem Alltag ausbremsen kann. Jonas ist ein junger Mann, der rigide denkt. Er ist der festen Überzeugung, in den Bereichen Sport und Fitness extrem talentiert zu sein, aber ein kompletter Versager in Mathe, Naturwissenschaften und anderen traditionellen akademischen Disziplinen. Jonas strengt sich deshalb nicht an, in diesen Bereichen besser zu werden, weil er fest davon überzeugt ist, dass seine Intelligenz dafür einfach nicht ausreicht.

Aber auch in den Bereichen, in denen er sich für talentiert hält, fordert er sich nicht sonderlich – schließlich ist er der Überzeugung, dass sein Talent ihm auch weiterhin den Weg ebnen wird. Jonas wird mit einem Football-Stipendium aufs College aufgenommen und sieht deshalb keinen Grund, sich besonders anzustrengen. Wenn er mit Fehlschlägen konfrontiert wird, sucht er sich Ausreden wie: „Ich hatte wegen des vielen Trainings keine Zeit zum Lernen“ und so weiter.

Beispiele für eine Wachstumsorientierung

Ein Mensch mit Wachstumsorientierung kann sich in genau der gleichen Lage befinden, geht mit der Situation aber anders um: positiver und produktiver.

Lena ist eine junge Frau, die wachstumsorientiert denkt. Sie ist keine Sportskanone und auch sonst sind ihre Schulleistungen eher mittelmäßig. Lena ist sich bewusst, dass sie sich in beiden Bereichen stark verbessern muss, wenn sie auf ihr Wunsch-College aufgenommen werden möchte. Sie weiß instinktiv, dass sie sich nicht ausruhen darf, wenn sie besser werden möchte. Sie sieht ihre Grundintelligenz und -fähigkeiten nicht als Einschränkungen, sondern als Ausgangswerte an, auf denen sie aufbauen kann.

Lena denkt über ihre Unzulänglichkeiten nach und versteht, was bisher nicht optimal gelaufen ist. Dieses Wissen kann sie dann künftig auf ihre Lernstrategie anwenden. Dank harter Arbeit und der festen Überzeugung, dass sich ihre Bemühungen in der Zukunft auszahlen werden, verbessern sich Lenas Noten und sie wird besser im Sport. Sie wird zwar niemals das angeborene Sporttalent von Jonas besitzen, kann aber trotzdem positive, bedeutende Entwicklungsschritte machen.

Was bedeutet das konkret für Ihr Unternehmen?

Dweck hatte sich bei ihren Forschungsprojekten zwar auf Schüler konzentriert, aber das bedeutet noch lange nicht, dass nicht auch Erwachsene diese Denkmuster zeigen. Ihr Team besteht höchstwahrscheinlich aus einer Mischung aus Mitarbeitern mit Wachstumsorientierung und rigiden Denkweisen. Wie können Sie also gewährleisten, dass die Vorteile der Wachstumsorientierung bei Ihnen und in Ihrem Team gegenüber rigidem Denken deutlich überwiegen?

Strukturen aufbrechen

Damit möchten wir nicht vorschlagen, dass Sie alle Arbeitsprozesse einstampfen sollen. Vielmehr möchten wir Sie dazu ermuntern, neue und kreative Denkmuster auszuprobieren. Flachere Hierarchien, eine offene Unternehmenskultur und eine Einstellung im Büro, durch die innovativ und dabei erfolgreich gelöste Probleme gewürdigt werden, fördern unter Mitarbeitern eine Wachstumsorientierung.

Wenn Sie eine offene und entspannte Teammentalität der Zusammenarbeit schaffen, sagen Sie automatisch auch Komfortzonen den Kampf an. Stellen Sie sicher, dass niemand Angst davor hat, etwas Neues auszuprobieren, sich zu verbessern oder neue Fähigkeiten zu erlernen. Dropbox Paper unterstützt Ihr Team dabei, reibungslos zusammenzuarbeiten. Dank der integrierten Funktionen für Kommunikation und Zusammenarbeit sind Ihre Teammitglieder problemlos und transparent miteinander vernetzt. So werden alle über die Grenzen ihrer üblichen Komfortzonen hinausgelockt – aber auf bequeme Art und Weise.

Strategien effektiv umsetzen

Wer eine rigide Einstellung hat, hat vielleicht noch nie wirklich sinnvoll über das Thema Strategie nachgedacht. Schließlich war man immer der Ansicht, dass man dank seines Talents und seiner natürlichen Gaben schon durchkommen würde. Also bereitet man sich kaum darauf vor, dass das einmal nicht der Fall sein könnte. Genau wie Lehrer Schülern dabei helfen, neue Lernstrategien zu entwickeln, können auch Sie Ihrem Team – unabhängig von dessen aktueller Denkweise – neue Wege für Leistungsschöpfung in seinen Rollen aufzeigen.

Manchmal hilft es schon, wichtige digitale Tools einzuführen, um Verfahren zu optimieren und neue Denkprozesse anzustoßen. Oder ermuntern Sie Mitarbeiter, die rigide denken, zur engen Zusammenarbeit mit jemandem, der offensichtlich eine sehr viel aufgeschlossenere Einstellung zeigt.

Fehler gelassen geschehen lassen

Einer der wirkungsvollsten Aspekte eines Lernprozesses sind Fehler. Diese Einstellung ist unter anderem Arbeitgebern wie Dropbox sehr wichtig. Feiern Sie Fehler in Zukunft daher ruhig als Schritt auf dem Weg zum Erfolg. Menschen mit rigider Einstellung sehen Fehler als unvermeidbar an und werden einfach sagen: „Warum hatte ich auch erwartet, dass es anders ausgeht?“ Genau deswegen haben mehrere Dropboxer eine Broschüre entwickelt, die ihren Kollegen zeigen soll, dass man Fehler auch aus einem anderen Blickwinkel betrachten kann. Die Erwartung ist, dass aus Fehlern wichtige Schlüsse gezogen werden können und so Wachstum entsteht. Lassen Sie also nicht zu, dass die Einstellung „Ich werde das nie und nimmer schaffen“ Fuß fasst, sondern fördern Sie den positiven Gedanken „Vielleicht noch nicht heute, aber sicher bald“.

Unechte Wachstumsorientierung

Sie haben wahrscheinlich neue Maßnahmen ergriffen und Ihren Arbeitsplatz und vielleicht sogar Ihr Team transformiert. Doch manchmal ist es nicht eindeutig, ob man nicht eventuell in die Falle einer „unechten Wachstumsorientierung“ getappt ist. Allgemein ist Wachstumsorientierung eine Einstellung, die besagt, dass sich alles ändern kann und neue Ideen willkommen sind – doch diese Ansichten können problemlos vorgetäuscht werden, ohne sie ernsthaft zu vertreten. Hier kommen Sie wieder ins Spiel: Nur Sie können verhindern, dass das geschieht.

Als Teamleiterin oder Teamleiter müssen Sie sicherstellen, dass rigides Denken möglichst ganz aus Ihrem Büro verschwindet. Es ist schon verlockend, talentierte Mitarbeiter als Stars zu feiern, die mehr Lob verdienen als andere. Doch dadurch fördern Sie nur die Ansicht, dass rigides Denken richtig ist. Konzentrieren Sie sich stattdessen darauf zu zeigen, dass jeder das Optimum aus sich herausholen kann, wenn er es nur versucht.

Suchen Sie also nach Wegen, das bisher brachliegende Potenzial Ihres Teams oder Ihrer Teammitglieder, die sich noch nicht selbst gefunden haben, zu nutzen. Anspruchsvolle Projekte können sie beispielsweise dabei unterstützen, über den Tellerrand ihrer Alltagsaufgaben hinauszublicken und eigene Wachstumsziele für den Arbeitsplatz festzulegen. Oder bitten Sie diejenigen, die normalerweise nur still dabeisitzen, um ihre Meinung. So unterstützen Sie sie dabei, sich ebenfalls individuell in das Unternehmen einzubringen.

Erfolg mit Wohlbefinden gleichsetzen

Wenn Ihre Mitarbeiter der Ansicht sind, dass Sie nur die „Talente“ loben, unabhängig davon, wie sehr sich andere anstrengen, entgehen Ihrem Unternehmen noch ungenutzte oder unentwickelte Talente. Mitarbeiter mit einer unglaublichen Wachstumsorientierung werden dazu gezwungen, diese nützliche Einstellung auf andere Lebensbereiche anzuwenden, anstatt sich in der Arbeit ohne Aussicht auf Belohnung besonders anzustrengen. Werden sie nicht dafür belohnt, dass sie sich aus ihrer Komfortzone begeben, um es im Beruf zu etwas zu bringen, demotiviert sie das früher oder später – was sich wiederum auf ihr Wohlbefinden auswirkt.

Auch Sie selbst sollten sich neue Ansätze angewöhnen. Wie bei allen anderen Dingen sollten auch bei Änderungen die Führungskräfte mit gutem Beispiel vorangehen. Versuchen Sie in Zukunft, Ihre Teammitglieder besser zu verstehen – und vergessen Sie dabei nicht, dass Szenarien, die eventuell zu Fehlschlägen führen, in so gut wie jedem Menschen eine Abwehrhaltung auslösen. Sorgen Sie dafür, dass jeder Fehlschlag vom gesamten Team akzeptiert und immer auch von einer Lösungsstrategie begleitet wird. Zeigen Sie Wege auf, wie man Rückschläge künftig vermeiden könnte. Die richtige Einstellung ist eine, die Wachstum zulässt – nicht nur für Ihr Unternehmen und Ihr Team, sondern auch für Sie selbst.