Was bedeutet SSD?

Erfahren Sie, wie Solid-State-Laufwerke funktionieren und warum sie zusehends klassische Festplatten ersetzen.

SSDs im Überblick

Vielleicht haben Sie schon vom Begriff der SSD gehört, aber waren sich nicht sicher, was er bedeutet. Unser Leben dreht sich heutzutage stärker um Smartphones und Computer als je zuvor. Daher lohnt es sich, die Hardware besser kennenzulernen, um zu erfahren, was hinter den Kulissen passiert. Heutzutage stellen SSDs eine wichtige Komponente jedes Smartphones und vieler neuer Laptops und Computer dar. Sie lösen HDDs (Hard Disk Drives, also Festplatten) als bevorzugte Option für den primären Computerspeicher ab.

Egal, ob Sie gerade Ihren eigenen PC zusammenbauen oder aufrüsten oder einfach nur den bestmöglichen Datenspeicher für Ihren Laptop wollen: Es ist wichtig, den Unterschied zwischen SSD und HDD zu kennen und welche Alternativen verfügbar sind.

Wofür steht SSD?

SSD steht für „Solid-State-Disk“ oder auch „Solid-State-Drive“, was frei übersetzt „Festkörper-Laufwerk“ bedeutet. SSDs sind die neuere Alternative zu HDDs, oder Festplatten, die seit den 1950er-Jahren zum Einsatz kommen.

Was ist ein Solid-State-Laufwerk?

SSDs sind digitale Speichergeräte, die in den 1990er-Jahren zum ersten Mal auf dem Verbrauchermarkt angeboten wurden. Sie kommen bei Computern, Smartphones und Tablets zum Einsatz.

Wofür wird SSD-Speicher verwendet?

Jeder Computer verfügt über einen Datenträger, auf dem langfristig Daten gespeichert werden. Jede Datei, die Sie auf Ihrem Computer erstellen oder darauf herunterladen, wird auf diesem Datenträger abgelegt. Diese Art der Speicher­technologie wird als „Sekundärspeicher“ bezeichnet, während das RAM (Random Access Memory, zu Deutsch etwa: „Speicher mit zufälligem Zugriff“) den Primär­speicher darstellt.

Eine SSD ist eine Art von Sekundärspeicher und wird dementsprechend für das Speichern persönlicher Daten, wie Bilder, Videos, Musik und Dokumente, verwendet. In einem Computer speichert die SSD auch den Code, die Frameworks und die Treiber des Betriebssystems, mit denen das System hochfahren und genutzt werden kann.

Sie können auf einer SSD die gleichen Daten speichern wie auf einer HDD, jedoch unterscheidet sich hierbei die Speichermethode.

Heutzutage stellen SSDs die bevorzugte Speicheroption in vielen Hochleistungs­laptops wie zum Beispiel MacBooks dar und werden langsam auch bei modernen PCs zum neuen Standard. Auch in Smartphones und Tablets kommen Arten von SSDs zum Einsatz, die sich jedoch von ihren Varianten für Computer unterscheiden.

SSD und HDD im Vergleich

Zwar erfüllen beide Varianten grundsätzlich die gleiche Funktion, allerdings auf sehr unterschiedliche Weise. Einfach gesagt funktionieren HDDs mechanisch und nutzen Magnetfelder, während SSDs mit elektrischen Signalen arbeiten.

Wie funktionieren HDDs?

Die klassische Festplatte gibt es bereits seit 1956. Und obwohl sie über die Jahre stark weiterentwickelt wurde, ist die Kerntechnologie noch dieselbe.

Eine Festplatte besteht aus einem Stapel von Metallscheiben, den sogenannten „Platters“, die sich mit hoher Geschwindigkeit drehen. Jede rotierende Scheibe enthält Billionen kleiner Fragmente, die magnetisiert werden können, um so Bits zu speichern. Ein länglicher Träger mit einem lese- und schreibfähigen Kopf kann die rotierenden Scheiben scannen. Er magnetisiert Fragmente, um Informationen auf die Scheibe zu schreiben, oder ermittelt die magnetische Ladung, um Daten von der Festplatte zu lesen.

Die magnetische Ladung eines Fragments auf der Scheibe bestimmt, ob sie im Binärcode eine 1 oder eine 0 darstellt. Je schneller sich die Scheiben drehen, desto schneller kann der Computer Daten lesen und schreiben, und je mehr Daten auf einer Festplatte enthalten sind, desto länger dauert der Zugriff.

Einer der größten Nachteile von HDDs ist, dass sie aufgrund der vielen empfindlichen mechanischen Komponenten sehr anfällig für Schäden sind. Bei unvorsichtiger Behandlung werden die Teile darin schnell beschädigt – ein Risiko, das insbesondere bei Laptops besteht.

Und da der Kopfträger erst einmal das richtige Fragment auf der Scheibe finden muss, bevor der Computer Daten lesen oder schreiben kann, sind HDDs in der Regel deutlich langsamer als SSDs, die keinerlei mechanische Komponenten enthalten. Darüber hinaus sind HDDs schwerer und haben einen höheren Energiebedarf als SSDs.

Wie funktionieren SSDs?

HDDs waren zu Beginn eine revolutionäre Lösung – und das zu einer Zeit, in der sich die digitale Technologie erst noch entwickelte. Mit fortschreitender technologischer Innovation kamen jedoch neuere, effizientere Methoden auf den Markt, zu denen auch die SSD zählt.

Solid-State-Disks basieren auf NAND-Technologie, eine Art von Flash-Speicher. NAND-Flash-Speicher sind nichtflüchtige Speicher, was bedeutet, dass sie nicht ständig mit Energie versorgt werden müssen, damit Daten gespeichert bleiben.

Statt Scheiben und Magneten finden sich in SSDs Billionen vernetzter Flash-Speicher­zellen, die Daten speichern können. In diesen Flash-Zellen sitzen Transistoren, die ein- oder ausgeschaltet werden können. Wie bei der magnetischen Ladung von HDD-Fragmenten bestimmt die elektrische Ladung der SSD-Transistoren, ob das jeweilige Bit im Binärcode eine 1 oder eine 0 darstellt. Stellen Sie sich den Flash-Speicher wie ein riesiges Netz von Lichtschaltern vor. Die Position des Schalters bestimmt, ob er eine 1 oder eine 0 darstellt, und anhand dieser gesammelten Informationen kann der Computer ermitteln, was auf dem Bildschirm angezeigt werden soll, und die Daten entsprechend übersetzen.

SSDs bieten rein elektronische Schnittstellen, sie können allerdings auch Daten speichern, wenn sie nicht mit Strom versorgt werden. Dank eines Metalloxid-Halbleiters steht der SSD auch nach dem Ausschalten die erforderliche zusätzliche Leistung zur Verfügung, damit Daten gespeichert bleiben. Dieser Halbleiter wird als „Floating-Gate Transistor“ (FGT) bezeichnet – zu Deutsch etwa „Transistor mit nicht angeschlossener Steuerelektrode“.

Da das elektrische Signal so schnell wandert, benötigt die SSD im Gegensatz zu dem Kopfträger der HDD keine Zeit, um nach Daten zu suchen, sondern kann sofort auf Daten zugreifen. Ohne die vielen mechanischen Teile können SSDs schneller arbeiten und entwickeln dabei auch weniger Hitze als Festplatten.

Ihre Stabilität ist insbesondere in Laptops, Tablets und Smartphones ein riesiger Vorteil, da hier deutlich eher Stöße auftreten als bei einem großen PC.

Nachteile von SSDs

SSDs erreichen in der Regel leider noch nicht die Kapazitäten von HDDs und verursachen darüber hinaus höhere Kosten. Die höchstmögliche Kapazität einer HDD liegt bei 20 TB. Es gibt zwar SSDs, die diese Größe übertreffen, jedoch sind sie deutlich teurer in der Herstellung und damit auch im Verkauf. Gerade ab Kapazitäten von 4 TB steigen die Preise für SSDs erheblich.

Die Langlebigkeit von SSDs wird oft darüber bestimmt, wie viele Daten mit der Zeit darauf gespeichert werden können. Aufgrund der kleineren Speicherkapazität von SSDs müssen Nutzer häufiger alte Dateien löschen, um Platz für neue zu schaffen. Hierdurch steigen jedoch die insgesamt geschriebenen Terabytes, wodurch der Datenträger schneller verschleißt.

Um dem entgegenzuwirken, sollten Nutzer keine Medien auf der SSD speichern, da diese viel Speicherplatz einnehmen und die Geschwindigkeitsverbesserung der SSD hierbei nicht so sehr ins Gewicht fällt. Wirklich spürbar sind die Vorteile von SSDs beim Speichern von Betriebssystemen, Spielen und Programmen, da hierdurch die Ladezeiten erheblich verringert werden und Programme schneller starten.

Das macht Cloud-Speicher-Lösungen wie Dropbox zur perfekten Ergänzung für eine SSD. Dropbox kann Mediendateien speichern, die ansonsten vielleicht nicht mehr auf Ihren Datenträger passen. Und selbst wenn genügend Speicherplatz vorhanden ist, würden diese Medien nur die Lebensdauer der SSD verringern. Indem Sie der SSD diese Aufgabe abnehmen, können Sie sie optimal nutzen.

Sollte ich eine SSD verwenden?

Durch Verwendung einer SSD anstelle (oder in Kombination mit) einer HDD können die meisten Nutzer sofortige Vorteile erzielen. Tatsächlich zählen SSDs derzeit zu den wichtigsten Upgrades für Computer.

SSDs sind besonders für Gamer interessant, da sie deutlich kürzere Ladezeiten ermöglichen und weniger Energie verbrauchen. So wird weniger Wärme entwickelt, was beim Gaming ein großer Vorteil ist. Leidenschaftliche Zocker, die sich einen eigenen PC zusammenstellen möchten, können ihr System mit SSDs erheblich verbessern.

Und selbst wenn Sie sich nicht für Spiele interessieren, können Sie durch Upgrades älterer PCs von HDD auf SDD deutliche Leistungsverbesserungen erzielen. Wenn Sie Ihren Computer jedoch als Dokument-, Video- oder Fotospeicher nutzen und entsprechend viele Medien auf der SSD speichern, kann die Leistung hierdurch eingeschränkt werden, da SSDs mit zunehmender Speicherauslastung langsamer werden. Um die Vorteile von SSDs zu genießen, ohne Ihre Mediensammlung aufgeben zu müssen, können Sie Ihre Dokumente, Videos und Fotos mit Dropbox speichern, damit sich die SSD auf das konzentrieren kann, was sie am besten kann.